Placerias

Placerias

Placerias

Klassifizierung

Dicynodontier

Größe

ca. 2,5 m

Fundort

Nordamerika

Zeitalter

Obertrias (vor 230 - 220 Mio. Jahren)

Ernährung

Pflanzenfresser


Placerias war ein sehr großer Angehöriger der Dicynodontier. Er hatte einen sehr schweren Körper und hatte, abgesehen von den zwei Stoßzähnen, keine Zähne. Der Schädel wurde 60 Zentimeter lang und war damit deutlich größer als der seines Vorfahren Lystrosaurus. Er lebte in Herden und lebte möglicherweise semiaquatisch, wie heutige Flusspferde. Da die Knochen sehr schwer waren, war Placerias kein schneller Läufer. Er war einer der häufigsten größeren Pflanzenfresser der späten Trias in Nordamerika, seine Fossilien wurden im Petrified Forest National Park gefunden, genauer gesagt im sogenannten "Placerias Quarry".


Fundgeschichte

Der Holotyp von Placerias, ein Oberarmknochen

Der erste Fund und zugleich Holotyp von Placerias stammt aus der Chinle Formation gefunden und bestand aus einem Humerus (Oberarmknochen). Der Fund stammte aus Arizona und datiert auf das Karnium. Lucas beschrieb 1904 den Fund als Placerias hesternus. Der wichtigste Fundort ist jedoch der "Placerias Quarry", in dem zahlreiche Überreste von Placerias gefunden wurden. Er befindet sich zwarin den gleichen Schichten der Chinle Formation wie die erste Fundstelle, ist aber 200 km weiter südöstlich in der nähe von St. Johns, südöstlich des Petrified Foresst Nationalparks in Arizona. Allein im Placerias Quarry wurden 39 Individuen von Placerias gefunden. Die Funde aus dem "Placerias Quarry" wurden zunächst einer neuen Art zugeordnet, Placerias gigas. Später wurde diese Art jedoch mit Placerias hesternus synonymisiert. Außerhalb der Chinle Formation stammen aus dem Osten der USA aus den karnischen Schichten (Pekin bzw. Stockton Formation) der Newark Supergruppe und aus Marokko aus dem karnischen Abschnitt (Timezgadiouine Formation) der Argana Gruppe. Der Fund aus der Popo Agie Formation von Wyoming wurde ursprünglich als Placerias hesternus beschrieben, heute gilt er jedoch nicht nur als Vertreter einer neuen Art, sondern sogar einer neuen Gattung (Eubrachiosaurus browni).


Aussehen


Skelettrekonstruktion von Placerias

Placerias war ein extrem massiges Tier und hatte einen sehr großen und massiven Schädel. Bis auf zwei Hauern hatte er keine Zähne. Diese zwei Stoßzähne wurden bis zu zehn Zentimeter lang. Aber dafür hatte er einen kurzen Hornschnabel. Placerias konnte nicht schnell laufenund hatte sehr schwere Knochen. Jedoch hatte er eine enorme Kraft. Sein Aussehen dürfte das eines heutigen Flusspferdes ähneln. Man nimmt auf Basis der vielen Funde im "Placerias Quarry" an, dass er ähnlich wie die Flusspferde semiaquatisch war. Die Fundstelle im "Placerias Quarry" könnte ein großer Teich gewesen sein, der durch monsunartige Regenfälle im Westen des Superkontinents Pangaea einen stark wechselnden Wasserstand gehabt haben könnte. Die schaufelartig geformten Beine könnten zum Schwimmen geeignet gewesen sein.


Lebensweise


Placerias lebte in Herden und durchstreifte auf der Suche nach Pflanzennahrung die westlichen Küstengebiete des heutigen Nordamerikas und des heutigen Marokko. Diese beiden Regionen gehörten damals ebenfalls zur westlichen Küstenregion Pangaeas. Das Landesinnere Pangaeas bestand aus Wüsten. Die Art besaß kräftige Vorderbeine, die beim Graben sehr nützlich sein konnten. Die Hauptarbeit beim Graben nach Wurzeln konnten die Tiere aber mit Hilfe ihrer beiden Stoßzähne bewerkstelligen. Bei den beiden Geschlechtern ist Dimorphismus erkennbar.Die Stoßzähne waren bei Männchen stärker ausgebildet als bei Weibchen. Sie dienten wahrscheinlich zum Kampf gegen Rivalenund konnten schwere Verletzungen verursachen. Das Leben in der Herde hatte ein Vorteil, dass sie sich gegen Räuber verteidigen konnten. Zu den Fressfeinden gehörten Postosuchus, ein großer Vertreter der Archosauria, der kein Dinosaurier war, und frühe Dinosaurier wie Coelophysis oder vielleicht Gojirasaurus. Da die Placerias-Herden teilweise im Wasser gelebt haben, nimmt man zudem an, dass auch krokodilähnliche Phytosauria ihnen eine Bedrohung waren.


Placerias und die nah verwandte im Argentinien (Ischigualasto Formation) vorkommende Gattung Ischigualastia sind die einzigen großen Dicynodontia, die während des Karniums der oberen Trias lebten.


Kategorie: Synapsiden