Dimetrodon

Dimetrodon
Dimetrodon
Klassifizierung
Sphenacodontiden
Größe
ca. 3,2 m
Fundort
Nordamerika, Europa
Zeitalter
Unterperm (vor 300 - 270 Mio. Jahren)
Ernährung
Fleischfresser
Dimetrodon ist zweifellos der wohl bekannteste Pelycosaurier überhaupt, vor allem wegen seines Rückensegels. Dieses Rückensegel konnte zum Abkühlen gedient haben, oder er diente zur Kommunikation mit Artgenossen. Es ist unklar, ob Dimetrodon wie heutige Reptilien kaltblütig war oder warmblütig, wie dies heutige Säugetiere sind, denn im Unteren Perm war es sehr heiß. Schließlich musste dieser Fleischfresser nicht nur ein Segelrücken haben, sondern musste auch groß sein (vgl. Gigantothermie). Dimetrodon ernährte sich nicht nur von anderen Pelycosauriern wie zum Beispiel Edaphosaurus, sondern auch von reptilähnlichen Amphibien wie Diadectes. Ein weiteres charakteristisches und namensgebendes Merkmal sind die gefährlich aussehenden Zähne: Sie waren bei Dimetrodon verschieden groß und zum Teil auch verschiedenartig. Dabei waren die Eckzähne größer als die anderen Zähne. Edward Drinker Cope beschrieb im Jahre 1878 die Gattung Dimetrodon. Dimetrodon hatte wohl keine Schuppen, wie alle Synapsiden.
Beschreibung

Skelettmontage von Dimetrodon im Staatlichen Mseum für Naturkunde Karlsruhe
Dimetrodon wurde etwa 3,2 Meter lang und einen Meter hoch. Er besaß einen langen Schwanz, Krallen an den Füßen und bewegte sich auf vier Beinen (quadruped) fort. Sein Gewicht betrug etwa 250 Kilogramm. Auffälligstes Merkmal war aber zweifellos sein Rückensegel. Nach älterer Lehrmeinung diente es dazu, sich abzukühlen. Dieses Merkmal war auch bei anderen "Pelycosauriern" wie Edaphosaurus ausgebildet. Um den Körper rascher zu erwärmen, drehte Dimetrodon nach dieser Meinung er Sonne die Flanke zu, wodurch das wechselwarme Tier schneller aktiv werden konnte. Gegen diese These spricht, dass sein naher Verwandter Sphenacodon kein hohes Rückensegel besaß, sondern lediglich einen kurzen Rückenkamm. Ein solcher Rückenkamm wäre für die Thermoregulation nicht geeignet. Der Segel könnte auch dazu gedient haben, Partner anzulocken. Dabei wählen die Weibchen die Männchen mit den höchsten Rückensegeln.

Lebendrekonstruktion von Dimetrodon im Naturkundemuseum Erfurt
Fossilien

Fossiler Schädel von Dimetrodon
Fossilien von Dimetrodon wurden in den US-Bundesstaaten Texas und Oklahoma sowie in Deutschland gefunden. Im Bromacker in Thüringen, Deutschland, wurden sehr gut erhaltene Fossilien von Dimetrodon teutonis (siehe Lebendrekonstruktion oberhalb der Schädels). Bromacker ist ein bedeutender Fundort für Landwirbeltiere des frühen Perms. Dimetrodon lebte dort zusammen mit Diadectes und Seymouria.
In Nordamerika wurden alle Fossilien von Dimetrodon in Texas, Oklahoma und New Mexico gefunden, wodurch die Funde in New Mexico oftmals zu einer eigenen Gattung gestellt werden: "Eudimetrodon novomexicanus". In Texas und Oklahoma lebte Dimetrodon zusammen mit einer diversen Tetrapodenfauna: Dort wurden bislang die Synapsiden Edaphosaurus, Secodontosaurus, Ophiacodon, Varanops, Eothyris und Cotylorhynchus gefunden, aber auch frühe Sauropsiden wie Araeoscelis und Captorhiniden, der Diadectomorph Diadectes, der Seymouriamorph Seymouria, sowie die Amphibien wie Archeria, Diplocaulus, Microsaurier und temnospondyle Amphibien wie Eryops, Cacops und Platyhystrix.
Beschriebene Arten

Verschiedene Arten von Dimetrodon im Größenvergleich
- D. angelensis
- D. booneorum
- D. dollovianus
- D. gigas
- D. gigashomogenes
- D. grandis
- D. incisivus
- D. kempae
- D. limbatus (Typ)
- D. longiramus
- D. loomisi
- D. macrospondylus
- D. milleri
- D. natalis
- D. obtusidens
- D. platycentrus
- D. rectiformis
- D. semiradicatus
- D. teutonis
