Edaphosaurus

Edaphosaurus

Edaphosaurus

Klassifizierung

Eupelycosaurier

Größe

ca. 3,2 m

Fundort

Europa, Nordamerika

Zeitalter

Oberkarbon bis Unterperm (vor 305 - 270 Mio. Jahren)

Ernährung

Pflanzenfresser


Edaphosaurus war ein pflanzenfressender Pelycosaurier. Sein auffälligstes Merkmal war das Rückensegel, das Wirbelfortsätze hatte. Über die Funktion dieses Gebildes gibt es keine genauere Aussagen. Es werden Thermoregulation, Kommunikation und Tarnung diskutiert. Sie müssen jedoch einander nicht ausschließen. Der Kopf dieses Pflanzenfressers war klein. In Nordamerika war Edaphosaurus einer der höufigsten größeren Pflanzenfresser des früheren Perms. Er diente als Beute des Dimetrodon, der ebenfalls ein Segelrücken besaß. Die Segelrücken beider Pelycosaurier haben sich jedoch unabhöngig voneinander entwickelt. Edaphosaurus zählte zu den ersten pflanzenfressenden Landwirbeltieren der Erdgeschichte.


Alle bekannten Fossilien von Edaphosaurus stammen aus Nordamerika und Europa. Von Nordamerika sind die meisten Funde gemacht worden, sehr viele stammen aus der Clear Fork Gruppe in Texas. Aber auch in Oklahoma, Kansas, Colorado und New Mexico werden einzelne Überreste von Edaphosaurus gefunden. In Europa ist die Gattung dagegen seltener und ist nur in der Rotliegend Gruppe nachgewiesen.


Edaphosauridae


Zu den Edaphosauridae zählen nur zwei Gattungen, Edaphosaurus und Ianthasaurus. Diese Gattungen lebten allerdings nicht gleichzeitig: Ianthasaurus wird so in älteren Gesteinsschichten gefunden als Edaphosaurus. Beide Gattungen waren wzar Herbivoren, Ianthasaurus hatte jedoch eine andere Art der Bezahnung, die typisch für fleischfressende "Pelycosaurier" der Gruppe Sphenacodontidae war, deren bekanntester Vertreter Dimetrodon ist. Neben den Diadectidae waren die Edaphosauridae die ersten Herbivoren unter den Landwirbeltieren. Die Caseidae sind hingegen nur wenig jünger.


Von Edaphosaurus sind neun Arten beschrieben worden:


  • Edaphosaurus boanerges
  • Edaphosaurus colohistion
  • Edaphosaurus cruciger
  • Edaphosaurus ecordi
  • Edaphosaurus mirabilis
  • Edaphosaurus novomexicanus
  • Edaphosaurus pogonias (Typ)
  • Edaphosaurus raymondi
  • Edaphosaurus sp. nov.


Morphologie

Skelettrekonstruktion von Edaphosaurus boanerges im American Museum of Natural History in New York City, New York, USA


Edaphosaurus ähnelte äußerlich den heutigen Waranen und Leguanen, hatte aber im Verhältnis kürzere Beine. Die größten der etwa neun bekannten Arten waren E. cruciger und E. pogonias, beide konnten bis zu 3,2 Meter lang werden. Der Rumpf war tonnenförmig, typisch für pflanzenfressende Synapsiden. Die Zähne waren kegelförmig, kurz und breit und waren sowohl auf den Kieferrändern als auch auch großflächig auf ovalen Feldern auf Gaumen und dem Inneren des Unterkiefers vorhanden. Das ungewöhnliche Gebiss diente zum Abrupfen und Zerkleinern von Pflanzenmaterial, der Hauptnahrung von Edaphosaurus.

Schädel in lateraler (A) und dorsaler (B) Ansicht. Von der Seite ist das synapside Schädelfenster sichtbar, das von den drei Schädelknochen  Schuppenbein, Jochbein und Postorbitale begrenzt wird.


Das auffälligste Merkmal war jedoch sein Rückensegel, das enorm verlängerte Dornfortsätze an den Wirbeln der Rumpf- und Halswirbelsäule hatte und wahrscheinlich mit Haut überspannt war. Derartige Segel traten bei zwei der sechs Pelycosaurierfamilien auf, der Edaphosauridae und der Sphenacodontidae. Den übrigen vier Familien (Eothyrididae, Caseidae, Varanopidae und Ophiacodontidae) fehlte dieses Merkmal. Als konvergente Evolution traten solche Rückensegel aber auch bei denaderen Tetrapoden vor, so etwa bei spinosauriden Dinosauriern oder dem temnospondylen Amphibium Platyhystrix. Früher wurde Edaphosaurus auch als "Naosaurus" bezeichnet, dieser Name scheint jedoch heute ungültig zu sein.


Funktion des Dorsalsegels

Vorderansicht eines Dornfortsatzes von Edaphosaurus


Es gibt bis heute keine genauere Funktion zum Rückensegel der Pelycosaurier. Diskutiert werden Thermoregulation, Kommunikation und Tarnung, die jedoch einander nicht ausschließen müssen. Man vermutet, dass Edaphosaurus gigantotherm war und somit eine konstante Körpertemperatur hatte. Morgens richtete das Tier das Segel senkrecht zu den einfallenden Sonnenstrahlen ausrichtete. Um sich abzukühlen, richtete Edaphosaurus das Segel parallel aus und drehte es zum Wind. Rezente Beispiele für solche Strategie der Thermoregulatiojn finden sich bei Wüsteneidechsen. Während der Paarungszeit war das Segel möglicherweise auffällig gefärbt und spielte bei der Balz eine Rolle.


Kategorie: Synapsiden