Ophiacodon

Ophiacodon

Ophiacodon

Klassifizierung

Eupelycosaurier

Größe

ca. 2,5 m

Fundort

England, Frankreich, Nordamerika

Zeitalter

Oberkarbon bis Unterperm (vor 305 - 270 Mio. Jahren)

Ernährung

Fleischfresser


Ophiacodon ist ein früher Eupelycosaurier, der eng mit Archaeothyris und Varanops verwandt war. Fossilien stammen aus dem Oberkarbon und Unterperm von England, Frankreich und vor allem Nordamerika. Als kennzeichnendstes Merkmal gilt hier das Gebiss: So befindet sich ein aufstrebender Vorsprung oberhalb der Eckzähne des Oberkiefers. Ob Ophiacodon auch aquatisch lebte, ist unklar. So waren die Hand- und Fußgelenke nicht verknöchert und große Reißzähne fehlten. Der hohe Schädel bei Ophiacodon spricht allerdings gegen eine aquatische Lebensweise. Man nimmt deshalb an, dass Ophiacodon vor allem an Land lebte, wie es auch andere Pelycosaurier taten.


Merkmale


Ophiacodon war insgesamt betrachtet ein eher großer "Pelycosaurier". Er wurde 1,5 bis 2,5 Meter lang, spätere Formen konnten aber durchaus größer werden und bis zu 3,60 Meter erreichen. Sein Gewicht wird auf 30 bis 50 Kilogramm geschätzt. Bis zu ihrem Aussterben am Ende des Unterperms nahmen die Arten an Größe zu.

Schädel von Ophiacodon

Der Schädel von Ophiacodon war hoch ragend und seitlich abgeflacht. Der Kiefer nahm drei Fünftel der Schädellänge ein und war schmal, hoch und mit scharfen, gleichartigen Zähnen bestückt. Das Gebiss war also homodont. Ein aufstrebender Vorsprung befindet sich oberhalb der Eckzähne des Oberkiefers.


Dass große Reißzähne fehlten und die Hand- und Fußgelenke gering verknöchert waren, spricht für eine mögliche aquatische Lebensweise. Dagegen spricht jedoch, dass der Schödel hoch war, was untypisch für aquatische (im Wasser lebende) Tiere ist.


Ophiacodon, Fossil

Charaktermerkmale


  • Abgeflachte Finger- und Zehenknochen

  • Augenorbital sehr hoch am Schädel

  • Oberhalb der Eckzähne des Oberkiefers befindet sich ein aufstrebender Vorsprung.

  • Dem Supraoccipitale fehlt die seitliche Ausdehnung über das posttemporale Fenster.

  • Der Bereich vor der Zahnreiche am Flügelbein ist zahnlos.

  • Die Rückenwirbel spannen zwischen em Rippenhöcker und dem Rückenköpfchen des Wirbelkopfendes eine Knochenschicht auf,


Fundorte


Ophiacodon-Fossilien werden hauptsächlich in Europa und Nordamerika gefunden, wobei die nordamerikanischen Fossilien zahlreicher sind als die europäischen:


  • England: Kenilworth Brekzie - Cisuralium
  • Frankreich: Unteres Perm von Autun - Ophiacodontiden
  • Vereinigte Staaten:
    • Arizona: Cutler Formation - Cisuralium
    • Colorado: Cutler Formation - Cisuralium
    • Kansas: Fort Riley Kalk, Chase Gruppe - Cisuralium
    • New Mexico: Cutler Formation - Cisuralium
    • Ohio: Green Formation, Dunkard Gruppe - Cisuralium
    • Oklahoma: Ada Formation - Pennsylvanium, Clyde Formation, Wellington Formation - Cisuralium
    • Texas: Admiral Formation, Belle Plains Formation, Clyde Formation, alle Teil der Wichita Gruppe - Cisuralium
    •  Utah: Cutler Formation - Cisuralium


Umstritten sind die Funde aus Frankreich, die in den meisten neueren Revisionen als Ophiacodontidae indet. angesehen werden. Dabei handelt es sich um zwei neue Taxa.


Systematik


Innerhalb der Synapsiden wird Ophiacodon zu den Eupelycosauriern gezählt, genauer gesagt zu den Ophiacodontidae.


Mehrere Arten werden wissenschaftlich beschrieben, im Vergleich zu einigen anderen Synapsiden-Gattungen ist sie relativ artenreich und umfasst folgende Arten:


  • Ophiacodon grandis
  • Ophiacodon hilli
  • Ophiacodon major
  • Ophiacodon mirus (Typ)
  • Ophiacodon navajovicus
  • Ophiacodon retroversus
  • Ophiacodon uniformis

Synonyme


Es bestehen mehrere Synonymbezeichnungen:


  • Arribasaurus
  • Diopaeus
  • Poliosaurus
  • Theropleura
  • Therosaurus
  • Winfieldia

Paläobiologie

Ophiacodon, Lebendrekonstruktion


Ophiacodon war von Natur aus ein Fleischfresser. Er jagte vermutlich alleine. Eine aquatische Lebensweise wurde zwar vorgeschlagen, der hohe Schädel spricht allerdings gegen eine solche Lebensweise. Heute vermuten mehrere Paläontologen, dass Ophiacodon, ähnlich wie alle "Pelycosaurier", an Land und nicht im Wasser lebte.


Im Gegensatz zu verwandten Gattungen wie Dimetrodon oder Edaphosaurus besaß Ophiacodon kein Rückensegel. Allein die Größe ließ schließen, dass Ophiacodon wahrscheinlich gigantotherm war, das heißt, größere Tiere wie Ophiacodon hatten besseren Einfluss auf den Lebensraum und auf das Klima als kleinere. Viele Verhaltensweisen, die vermutet wurden, stimmen mit denen der heutigen Warane und Krokodile überein.


Paläoökologie


Ophiacodon (Mitte) zwischen Cotylorhynchus (hinten) und Varanops (vorne). Alle diese Pelycosaurier lebten gleichzeitig in denselben Gesteinsschichten.


Ophiacodon lebte möglicherweise im Offenland, das aus zahlreichen Farnen und einzelnen Palmfarnen bestand, dazu noch "Samenfarne", die eng mit Glossopteris aus der Südhalbkugel verwandt waren.


Hinsichtlich des Lebensraums lebte Ophiacodon mit anderen Pelycosauriern, wie Cotylorhynchus, Casea, Varanops, Varanosaurus, Edaphosaurus, Sphenacodon, Secodontosaurus, Ctenospondylus und Dimetrodon. Der ursprünglichste Therapsid, Tetraceratops, kam auch vor, ebenso wie frühe Reptilien (Araeoscelis, Labidosaurus), lepospondyle Amphibien wie Diplocaulus, temnospondyle Amphibien wie Eryops, Platyhystrix oder Cacops sowie die "Anthracosaurier" wie Archeria, Seymouria oder Diadectes. Letzterer war wahrscheinlich ein früher Amniot.


Kategorie: Synapsiden